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Hofheim, 15. Oktober 2008
Bezug: Kreistagsbeschluss vom 16.06.2008 sowie Bericht im Gesundheits-, Sozial- und Jugendausschuss am 04.09.2008 Der Kreistag möge beschließen: 1. Der Kreisausschuss wird gebeten, die notwendigen Schritte einzuleiten, damit das zweite Notarzt-System im Main-Taunus-Kreis (Standort Bad Soden) grundsätzlich rund um die Uhr betrieben werden kann. 2. Der Kreisausschuss wird ebenso gebeten, die Zahl der Notarzteinsätze, die nicht durch die kreiseigenen Notarztsysteme versorgt werden können, durch geeignete Maßnahmen (z.B. Vorhaltung eines dritten Systems zu Zeiten vorhersehbarer Bedarfsspitzen) auf die nicht vorhersehbaren Fälle zu reduzieren. 3. Der Kreisausschuss wird weiterhin gebeten durch geeignete Maßnahmen (z.B. Schulungs- und Informationsangebote) die Zahl der Fehl-Einsätze, bei denen objektiv keine Notarzt-Indikation besteht, zu reduzieren. 4. Der Kreistag unterstützt
die Bemühungen des Kreisausschusses - und appelliert in diesem Sinne
ausdrücklich an die zuständigen Stellen, an einer patientenorientierten
Lösung mitzuarbeiten - vorhandene Schnittstellenprobleme zwischen
dem kassenärztlichen Vertretungsdienst und dem Rettungs- bzw. Notarztdienst
auszuräumen. Der Kreisausschuss wird gebeten, über seine diesbezüglichen Bemühungen und eventuelle Erfolge (aber auch auftretende Widrigkeiten) bei Bedarf, spätestens aber in sechs Monaten, zu berichten.
Zu 1. und 2.:
Da ein offensichtlicher Bedarf vorhanden ist, muss der Rettungs- bzw. Notarztdienst im Main-Taunus-Kreis in die Lage versetzt werden, die notwendigen Einsätze selbst abzuarbeiten. Seitens der Leitung der Kliniken des MTK (Prof. Dr. Booke) wurde ausdrücklich bestätigt, dass die Erweiterung der Dienstzeiten des zweiten Notarztstandortes in Bad Soden auf einen Betrieb "Rund um die Uhr" als sinnvoll erachtet werde. Auch danach treten aller Wahrscheinlichkeit nach zu bestimmten Zeiten Spitzenbedarfe auf, die planbar sind. Um auch diese Fälle abzudecken, soll ein weiteres System eingesetzt werden können.
Nach den Erläuterungen im Gesundheits-, Sozial- u. Jugendausschuss gibt es bei bestimmten, definierten Personengruppen ein erkennbares Defizit bei der Einschätzung, wann ein Notarztsystem erforderlich ist und in welchen Fällen eine anderweitige Hilfeleistung ausreichend ist. Um die Zahl unnötiger Einsätze der Notarztsysteme zu reduzieren, gleichzeitig aber auch Anrufern die Angst vor einer Fehleinschätzung zu nehmen, können entsprechende Schulungs- und Informationsangebote einen Beitrag zur Problemlösung darstellen.
Wie in der Sitzung
des Gesundheits-, Sozial- u. Jugendausschuss ebenso deutlich wurde, existieren
auch Optimierungspotenziale in der Organisation bzw. Zusammenarbeit zwischen
kassenärztlichen Vertretungs- und öffentlichem Rettungs- bzw.
Notarztdienst. gez. Thomas Braun |